Tagebuch des B-Wurfes
30.12.2010
Wyra wurde von Ustinov vom Residenzschloss belegt.
Die Trächtigkeit verlief ohne Probleme.
02.03.2011
Wyra brachte in der Zeit von 06.30 Uhr bis 12.30 Uhr, 5 kräftige schwarze Welpen zur Welt, 4 Rüden und 1 Hündin, laut Ultraschall wurden 6 Welpen erwartet.
Nach 5 Stunden des Wartens fuhren wir in die Tierklinik, zwecks Ultraschalls. Die Untersuchung zeigte, dass der 6. Welpe noch lebt.
Nach der Gabe von Oxytocin änderte sich aber nichts, nach einer gefühlten Stunde und einigen Spritzen kam dem TA der "Geistesblitz" die Hündin zu Röntgen, ob etwas nicht in Ordnung ist, da Sie ja die ganze Zeit presste.
Auf dem Röntgenbild wurde dann sichtbar das Wyra noch 2 Welpen in sich hatte, einer der beiden lag verkehrt herum und dabei aber mehr quer. Somit mussten die Welpen per Kaiserschnitt geboren werden.
Während des Eingriffs wurde gleich eine Kastration durchgeführt, da diese keine negative Auswirkung bei der Aufzucht der Welpen hervorruft (Aussage des TA).
Von den beiden Welpen (beides Hündinnen) hat es 1 geschafft aus der Narkose zu erwachen.
03.03.2011
Am frühen Morgen kam meine TÄ, um Hündin und Welpen zu untersuchen.
Alle waren, den Umständen entsprechend, wohl auf.
Wyra bekam Antibiotika und Schmerzmittel, welche auch für die Welpen halbwegs verträglich sind.
Die Welpen wurden abgehört und es gab keine Beanstandungen.
Was mich am Zustand von Wyra störte war, dass Sie nichts fraß (was nicht unnatürlich ist) und das Wasser was Sie zu sich nahm, nach einigen Stunden wieder erbrach. Daher wurde die weitere Behandlung besprochen.
Wyra ließ Ihre Kinder nicht an die Zitzen, jedoch ließ Sie die Welpen saugen, wenn ich sie anlegte.
Von 19.30Uhr bis 19.50Uhr lag ich bei Wyra in der Box und hielt Sie im Arm. Sie gab mir auch zu verstehen, dass sie mich unbedingt in Ihrer Nähe haben wollte und meine Kuscheleinheit sehr genoss. Sie lag in meinem Arm und die Welpen saugten.
Um 20.00 Uhr kam, wie besprochen, meine TÄ. Sie zog gerade ein Mittel gegen den Brechreiz auf, als Wyra plötzlich 3 laute, kurze, heftige Atemstöße von sich gab. Die TÄ und ich erschraken und waren sofort in der Wurfbox, jedoch war es da schon zu spät, Wyra war verstorben. Trotz aller Bemühungen schafften wir nicht sie zurück zu holen.
Als mir klar wurde das ich so eben meine Wyra verloren hatte, habe ich die Welpen sofort von Ihrer Mutter entfernt, denn sie hatten die gesamte Zeit gesaugt.
Es war ein grausamer Moment! Jedoch wurde mir schnell klar, dass ich versuchen mußte meine Emotionen zu unterdrücken, da ich nun nicht mehr nur Züchter, sondern auch "Mutter" der Welpen bin. Sofort wurde Welpenmilch vorbereitet und versucht die Welpen mittels Flasche zu füttern. Anfangs misslang es und ich musste erstmal auf Einwegspritzen zurückgreifen und sie wurden nun Tröpfchen weise ernährt. Ich habe aber immer wieder den Versuch unternommen, sie doch an die Flasche heran zu bekommen, was mir dann auch gelang! Somit konnte ich beginnen die Welpen ordentlich zu füttern. Sie nahmen fast stündlich zwischen 20 und 40 ml Nahrung zu sich.
Während der gesamten Zeit versuchte meine Frau eine Amme für die Welpen zu finden.
Auch unser Zuchtwart, Frau Iris Albers, wurde sofort informiert. Sie unterstützte uns sehr bei der Suche, indem sie jeden anrief, der ihr einfiel.
04.03.2011
Um 06.00 Uhr legte ich mich hin, da die nächste Fütterung um 07.00 Uhr dran war. Als erstes fiel mir die Hündin auf, die per Kaiserschnitt geboren wurde. Ich nahm Sie in die Hand und stellte mit Bedauern fest, dass Sie innerhalb dieser Stunde verstorben war.
Gegen 07.30 Uhr rief Herr Jung an (Züchter der Schäferhunde "vom schwarzen Abt"), er hatte durch Frau Isa Duschinski von unserer Suche gehört und bot sofort seine Hilfe an, indem er uns seine Hündin (warf am 01.03.2011 - 5 Welpen) als Amme zur Verfügung stellte.
Wir entschieden uns ihm die 3 Welpen zu bringen, die den höchsten Gewichtsverlust hatten, da wir wussten dass Sie den Verlust schnell kompensieren werden, wenn Sie bei der "Ammenmama" sind.
Gegen Mittag kam der Tierbestatter und holte Wyra und Ihre Tochter ab, da beide eingeäschert werden und Ihre Urne einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer bekommt!
Am späten Nachmittag brachten meine Frau, mein Sohn und meine Tochter die ausgesuchten Welpen zur Amme.
Die Schäferhündin ist eine super Mama, denn sie adoptierte die 3 im Handumdrehen!!!
DANKE Rastie vom Ebsdorfergrund!!!
05.03.2011
Am frühen Morgen rief Herr Jung an, da er Bedenken wegen der Hündin hatte, denn sie hatte im Gegensatz zu den Rüden an Gewicht verloren.
Er fuhr mit ihr zu seinem TA, dort bekam sie eine Aufbauspritze und nachmittags noch eine. Beim Abhören wurden Nebengeräusche in der Lunge festgestellt. Wahrscheinlich hatte sie Fruchtwasser eingeatmet.
Die beiden Rüden, die von mir mittels Flasche ernährt wurden, nahmen auch an Gewicht zu.
06.03.2011
Herr Jung teilte uns mit, dass die Hündin es trotz größter Bemühungen nicht geschafft hat. Er kämpfte die ganze Nacht um ihr Überleben, doch sie verstarb um 05.00 Uhr in seinem Arm.
Dieser Verlust traf mich wieder sehr hart, denn diese Hündin sollte bei uns bleiben.
Unsere Flaschenkinder haben wieder zugenommen, trotzdem war meine Frau während der gesamten Zeit nur damit beschäftigt auch für sie eine Amme zu finden. Sie hatte teilweise 3 Telefone gleichzeitig in Betrieb. Obwohl wir uns, unterstützt durch unseren Zuchtwart, verschiedene Rassehundezüchter und Halter (Landseer, Goldi, Labrador, Hovawart, Mali, Berner Sennen usw.) sehr bemüht haben, blieb es uns verwehrt eine weitere Amme zu finden. Auf die Hinderungsgründe möchte ich nicht näher eingehen, jeder Verein hat halt seine Vorschriften.
07.03.2011
Die Rüden bei der Amme nehmen täglich zu.
Die beiden Flaschenkinder verweigern jegliche Nahrungsaufnahme. Egal was ich versuche, es wird von Ihnen abgelehnt bzw. verweigert, somit musste ich sie unter Zwang füttern damit sie nicht verhungern.
08.03.2011
Gegen 3.00 Uhr verließ mich die Kraft und mir fielen die Augen zu.
Um 06.50 Uhr wurde ich wach und schaute sofort nach den Rüden, doch leider hatte es einer der Beiden nicht geschafft und ich hatte noch einen toten Welpen.
Der zweite verweigerte weiterhin die Nahrung und fing an auszutrocknen.
Gegen 10.00 Uhr kam, wie jeden morgen, meine TÄ. Der Rüde bekam eine Aufbauspritze und 20 ml Kochsalzlösung.
Die TÄ wollte dann gegen 16:00 Uhr wieder bei mir sein.
Im Laufe des Tages kam es mir vor als würde ich Ihn mehrmals beim sterben stören (hatte ja fast 24 Std. die Nahrung verweigert).
Kurz nach 16:00 Uhr hatte ich den Kleinen, wie so oft, in der Hand und bemerkte dass sein Atem immer schwächer wurde und plötzlich aussetze. Mir fiel nichts Besseres ein, als ihm einen Luftstoß durch die Nase zu geben (Mund zu Nase Beatmung). Er kam wieder zu sich. Sofort informierte ich meine TÄ (da Sie eh 16:00 Uhr hier sein wollte). Sie sagte dass es keinen Sinn mehr macht und ob Sie Ihn einschläfern soll!?!
Man kann nun über mich denken was man will, aber ich lehnte es ab und sagte Ihr, dass der Welpe eher auf meiner Brust verstirbt, als dass er eingeschläfert wird.
Nach Beendigung des Telefonates unternahm ich einen erneuten Versuch ihm die Flasche zu geben!
Als ob er das Telefonat mitbekommen hätte und merkte das ich kämpfen wollte fing er, wie durch ein Wunder, an mit saugen, mir schossen sofort Tränen in die Augen. Der Junge hat mit mir zusammen somit den Kampf aufgenommen. Nun begann eine Pausenlose Zeit, da er nun alle 10 Minuten die Flasche bekam. Ich drückte Ihm immer 2 bis 3 Tropfen Welpenmilch auf die Zunge damit er etwas Nahrung bekam, denn er hatte zu seinem Geburtsgewicht mittlerweile fast 150 Gramm verloren. Im Laufe der Zeit wurde die Nahrungsmenge langsam gesteigert.
09.03.2011
In der Nacht, gegen 01:45 Uhr, verließ mich wieder mal die Kraft und die Müdigkeit begann zu siegen. Ich wollte aber den letzten bei mir verbliebenen Rüden, nicht auch noch verlieren. Weil ich nicht in der Lage war wach zu bleiben, zum Glück hatten wir in dieser Nacht nur knapp über 0°C, begab ich mich, nur mit Slip bekleidet, in den Garten. Es war sooo schön frisch das ich dadurch die aufkommende Müdigkeit bekämpfen konnte. Dies machte ich nun in regelmäßigen Abständen!
Kurz nach 06:00 Uhr war der Rüde dahingehend gestärkt das er selbstständig saugen konnte, es waren zwar immer nur 2 Züge aber besser als nichts.
Kurz nach 08:00 Uhr informierte meine Frau unsere TÄ, dass der Welpe den Kampf endgültig aufgenommen hat und somit Leben möchte. Da Herrchen und Welpe kämpfen wollen und werden, hat sie auch mit zu kämpfen!!!
Sie kam sofort zu uns und gab ihm wieder eine Aufbauspritze und Kochsalzlösung (er war völlig ausgetrocknet). Er hatte nun schon, im Gegensatz zum 08.03., wieder 5 Gramm zugenommen (für mich war das ein RIESEN Erfolg).
Der weitere Tag verlief ohne Tiefschläge und der Welpe schaffte es immer mehr Nahrung, selbstständig, zu sich zu nehmen.
Am frühen Abend kam unsere TÄ und es gab wieder Kochsalzlösung, was nun tägl. 2-mal geschah. sie sagte dass sie keinen "Pfifferling" auf diesen Welpen gegeben hat und sich freut wie er es doch schaffen will.
Gegen 22:30 Uhr nahm er das erste mal, selbstständig, 20 ml Nahrung zu sich… Nun war klar, ES GEHT BERGAUF!!!
10.03.2011
Der Welpe hat in der Nacht, alle 1,5 bis 2 Std., zwischen 10 und 20 ml Nahrung zu sich genommen. Mir kommt es fast so vor als ob er weiß, dass er etliches nachzuholen hat. Ich muss öfter die Flasche weg nehmen, da er den Nuckel völlig einsaugt und ich dadurch Angst hab das er erstickt.
Er hat endlich wieder etwas mehr als sein Geburtsgewicht!!!
11.03.2011
Es gab in der Nacht keine negativen Auffälligkeiten. Der Welpe hat nun den Namen "Baron" bekommen.
Er hat gut zugenommen. Unsere TÄ hat am Abend, da Baron sich weitestgehend erholt und stabilisiert hat, zum letzten Mal Kochsalzlösung gespritzt und uns mitgeteilt, dass es noch weitere 14 Tage dauern wird, bis man sagen kann ob er wirklich über den Berg ist. Er nimmt alle 2 Std. 20 ml Nahrung zu sich.
12.03.2011
Baron hat wieder zugenommen, zwar nur 50 Gramm aber für mich ist wichtig dass er nicht an Gewicht verliert. Er fühlt sich "pudelwohl". Am späten Nachmittag unternimmt er den ersten Versuch die Augen zu öffnen.
13.03.2011
Baron hat weiter zugenommen und hat nun die Augen weitestgehend geöffnet, er wiegt 725 Gramm.
Am späten Nachmittag fahre ich zur Amme um die anderen beiden anzusehen, sie wiegen mittlerweile über 1000 Gramm und somit auch nicht bedeutend weniger als ihre, 1 Tag älteren, Ziehbrüder. Sie haben, meines Erachtens nach, die ersten 2,5 Lebenstage völlig aufgeholt!
14.03.2011
Baron geht es super, er nimmt stetig zu, auch wenn er noch nicht geschafft hat sein Geburtsgewicht zu verdoppeln, aber im Laufe der Woche wird auch dies geschehen. er wiegt nun 785 Gramm und hat ständig Hunger. Ich gebe Ihm weiterhin alle 2 Std. die Flasche.
15.03.2011
Die Nacht war entspannt wie die letzten Nächte.
Baron wog heute morgen 871 Gramm und hat ständig Hunger.
16.03.2011
Diese Nacht habe ich begonnen, dass "Baron" alle 3 Std. die Flasche bekommt.
Er wiegt nun 946 Gramm, dadurch wird er nun auch 2-mal am Tag gewogen damit mir sofort auffällt, wenn etwas nicht stimmt.
17.03.2011
Baron wiegt nun schon 1041 Gramm und hat stets Hunger, zum Glück hab ich 10 KG Welpenmilch, das wird sicher für 1 Welpen reichen.
18.03.2011
Baron wiegt nun schon 1102 Gramm und trinkt super. Die Fütterung um 20:00 Uhr war wie immer, um 23:00 Uhr verweigert er jegliche Nahrungsaufnahme und dies änderte sich die ganze Nacht nicht.
19.03.2011
Nahrungsverweigerung… da er oft versucht sich zu lösen, komm ich zu dem Entschluss das er nicht kann, er bekommt 5ml Kochsalzlösung als Einlauf, er nimmt etwas Fencheltee zu sich und leckt " Activia " vom Finger. Baron kann nun wieder käckeln und trotzdem holten wir unsere Tierärztin damit sie Ihn Untersucht. Sie stellt fest, dass er eine volle Blase hat, darauf hatte ich natürlich nicht wirklich geachtet, da er damit noch keine Probleme hatte und mich noch am frühen Morgen auf die Hand gepieselt hat. Er bekam Buscopan gespritzt und noch weitere Medikamente um ihm ein Lösen zu erleichtern. Sie sagte dass ich, wenn er bis morgen nicht gepieselt hat, früh in die Praxis soll, damit ihm ein Katheter gesetzt werden kann. Kurz nach 20 Uhr begann er wieder mit der Nahrungsaufnahme (zum Glück).
20.03.2011
Er hat in der Nacht getrunken wie immer, jedoch nicht gepieselt, es half nicht mal massieren mit Öl, warmen feuchten Lappen usw. Um 04:00 Uhr die Mahlzeit nahm er zu sich wie die anderen vorher. Um 08:00 Uhr wurde die Nahrungsaufnahme verweigert. Bis kurz vor 09:30 Uhr versuchten wir ihm die Nahrung zu zu führen, vergebens. Er lag die gesamte Zeit auf meiner Brust. Da er immer noch nicht gepieselt hat rief meine Frau in der TA-Praxis an und fragte ob wir kommen könnten. Somit packten wir Ihn warm ein, dabei schrie er einmal kurz auf als ob ihm etwas weh tut. Wir setzten uns ins Auto und meine Frau bemerkte dass er sich nicht bewegt. Er ist um 09:34 Uhr, auf dem Weg zur Tierärztin verstorben. Bei der Untersuchung kam unsere TÄ zu dem Ergebnis, dass Baron eine vereiterte Blasenentzündung hatte und sich durch den Rückstau bis zu den Nieren vergiftet hat. Trotz aller Überlegungen fällt mir nicht ein, wo und wie Baron sich die Blase unterkühlen konnte!?!
Somit schließe ich, voller Trauer, dieses Tagebuch und hoffe das es wenigstens die Ammenaufzuchthunde schaffen, Sie nehmen auch täglich super zu und sind vital wie es sein muss (das war Baron auch, bis zu seinem Tod, es gab keine Anzeichen das er es nicht schaffen würde/könnte) Mittwoch fahr ich wieder zu ihnen und schau Sie mir an.
Die Eltern des B-Wurfes
Ustinov vom Residenzschloss
HD-1, ZTP V1A
AD, VPG III ,
Teilnehmer DM/DV 2010
Mehrmals V1-CAC,2x BOB, 1x 3.Platz FCI Gruppe 2
* 12.06.2004 - 03.03.201

Wyra vom Klingbach

HD-A, ZTP Sg1a